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Forschungsschwerpunkte

 

Unsere Forschung umfasst drei miteinander zusammenhängende Themenbereiche: Intergruppen-Beziehungen, Persönlichkeit und (anti-)soziales Verhalten. Wir verwenden dabei interdisziplinäre und entwicklungspsychologische Herangehensweisen und untersuchen kurz- und langfristige Veränderungen sowie Stabilität in sozialen, hormonellen, Persönlichkeits- und Verhaltensprozessen.

Intergruppen-Beziehungen und Persönlichkeit

 

Bei unserer Forschung hinsichtlich intergruppen Beziehungen und Persönlichkeit gehen wir zum Beispiel der Frage nach, für wen ein Risiko besteht, ein hohes Niveau an negativen Stereotypen, Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber Outgroups zu entwickeln, und warum.
Vorangegangene empirische Studien über Vorurteile fokussierten entweder auf (a) die Formbarkeit von Vorurteilen durch soziale Einflüsse (die sozialpsychologische Herangehensweise), oder auf (b) die relative Stabilität von Vorurteilen (die persönlichkeitspsychologische Herangehensweise). Wir kombinieren diese beiden Herangehensweisen, indem wir untersuchen, wie soziale Einflüsse auf individuelle Prozesse (inwieweit beispielsweise einen vorurteilsbehafteten Freund zu haben eigene Vorurteile erhöht) mit interindividuellen Prozessen interagieren, die durch Persönlichkeitseigenschaften erklärt werden können (bspw.  die eigene Anfälligkeit dafür, ein höheres Level an Vorurteilen im Vergleich zu anderen zu entwickeln). Um diese beiden Vorgehensweisen zu integrieren, arbeiten wir daran, einen dynamischen sozialen Netzwerkansatz voranzutreiben, mit welchem zwei miteinander verflochtene Prozesse untersucht werden können: Wie beeinflussen interindividuelle Unterschiede die soziale Entscheidungen (soziale Selektion, von z.B. Freunden) und wie beeinflusst diese soziale Entscheidungen im Gegenzug die individuellen Unterschiede (sozialer Einfluss)?

(Anti-)Soziales Verhalten

 

Hinsichtlich (anti-)sozialen Verhaltens benutzen wir u.a. einen biosozialen Ansatz um zu untersuchen, wie die endokrinologische Entwicklung mit sozialen und Persönlichkeitsprozessen interagiert, um kriminelles und aggressives Verhalten zu beeinflussen.
Ein gängiger, jedoch eher unerwarteter Befund lautet, dass eine überraschend kleine Anzahl von Jugendlichen – ungefähr 5 % aller Jugendlichen –  für die überwiegende Mehrheit ernster antisozialer Handlungen mitverantwortlich ist und ihr ganzes Leben lang bleibt. Entgegen dem, was man eventuell erwarten könnte, zeigt unsere eigene Forschung außerdem, dass sich antisozial verhaltende Heranwachsende eine hohe Beliebtheit bei Gleichaltrigen genießen. Darüber hinaus weisen sie eine Bandbreite von prosozialen Verhaltensweisen auf, sowie die Fähigkeit, (antisoziale) Netzwerke für Gleichaltrige anzuführen, deren Opfer oftmals ethnische Minoritäten und andere angreifbaren Gruppen sind. Uns beschäftigen unter anderem die diesen Phänomenen zugrundeliegende Prozesse, und die Frage, wie und warum Heranwachsende mit problematischen Wesenszügen an die Spitze von antisozialen Netzwerken Heranwachsender gelangen. Wir arbeiten mit Bildungsinstituten in Großbritannien und Schweden zusammen, um eine Reihe von experimentellen Interventionen bei Risikogruppen anzuwenden.

Statistische Analysen

Abschließend arbeiten wir noch an der Schnittstelle von modernen statistischen Methoden und Multimethodendaten aus konkreten Alltagsbedingungen. Überraschende und stimulierende Einsichten können durch die Anwendung neuer Methoden auf die komplexe Wirklichkeit von Multimethodendatensätzen gewonnen werden. Insbesondere interessieren wir uns für die Weiterentwicklung des sozialen Netzwerkansatzes “Stochastic Actor-Oriented Modeling (SAOM)”. Der SAOM-Ansatz ist besonders sinnvoll für Unterschungen sozialer Einflüsse auf Vorurteile, Persönlichkeit und soziales Verhalten. Wir arbeiten ebenfalls mit einer Vielfalt längsschnittlicher Analysetechniken (z. B. “Growth Mixture Modelling”, “Exponential Random Graph Modelling”) und bieten hierzu sowie zu anderen modernen statistischen Techniken internationale Lehrgänge an, beispielsweise an der Oxford University und an der Cambridge University in Großbritannien.