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Dr. rer. nat. Jörn Borke
Schwerpunkte
Titel der Dissertation:
Kindliche Regulationsschwierigkeiten und elterliches Wohlbefinden in der Übergangsphase zur Erstelternschaft

Das Ziel dieser Dissertation ist es, die Beziehungen zwischen den Interaktionskonzepten mit dem Baby, dem Wohlbefinden von werdenden Eltern sowie späterer Mutter-Kind und Vater-Kind Interaktionsqualität und Kindverhalten zu untersuchen.
Die Arbeit beschäftigt sich also mit dem Überschneidungsbereich zwischen klinischer- und Entwicklungspsychologie. Sie soll weitere Erkenntnisse über Ätiologie und Differentialdiagnostik von Regulationsproblemen in der frühen Kindheit erbringen sowie die Begleitung von Paaren während des Übergangs zur Elternschaft zu optimieren.
Geplant ist, 35 deutsche Paare der Mittelklasse in einem ersten Besuch im letzen Trimester der Schwangerschaft mit dem ersten Kind zu besuchen. Anhand eines Fragebogens, welcher verschiedene Items beinhaltet, welche unterschiedliche Möglichkeiten der Eltern-Kind Interaktion darstellen, können die werdenden Eltern beschreiben, wie sie glauben, dass sie mit dem Säugling interagieren werden. In den nächsten Schritten beschreiben sie anhand der gleichen Fragebogensitems, wie sie glauben, dass ihr Partner/ihre Partnerin interagieren wird, wie sie glauben, dass ihre Eltern früher mit ihnen interagiert haben und wie sie die ideale Interaktion mit Säugligen sehen. Darüber hinaus werden noch die Partnerschaftsqualität, Depressivität, allgemeines Wohlbefinden sowie Persönlichkeitseigenschaften von den werdenden Vätern und Müttern erhoben.
Ein zweiter Familiebesuch findet statt, wenn die Kinder drei Monate alt sind. Neben den Repräsentationen, der Partnerschaftsqualität, möglicher Depressivität sowie Wohlbefinden, werden Videotapes von Mutter-Kind und Vater-Kind Spielinteraktionen gefilmt. Diese Videoaufnahmen werden dann hinsichtlich der Interaktionsqualität ausgewertet. Weiterhin wird das Kindverhalten in den ersten drei Monaten erhoben.
Es wird erwartet, dass eine relative Übereinstimmung zwischen dem Konzept über das eigene Verhalten und dem Idealkonzept, eine relative Übereinstimmung zwischen dem Konzept über das eigene Verhalten und dem Konzept über die Interaktion in der Herkunftsfamilie sowie eine relative Übereinstimmung zwischen der Partnereinschätzung und dessen/deren Selbsteinschätzung Korrelate mit bzw. Prädiktoren für Wohlbefinden, Interaktionsqualität und wenig Regulationsprobleme darstellen.



Title of Dissertation:

Regulation problems of children and parental well-being during the transition to first time parenthood

The aim of the dissertation is to study the relations between concepts of how to interact with a baby, well-being of becoming parents and mother-child as well as the father-child interaction quality.
It is planed to visit 35 German middle class couples in the last trimester of their first pregnancy. With a questionnaire which contains items representing different parent-child interaction possibilities the men and women should describe how they would interact as a parent. In the next steps they should describe with the same items how they think that their partner would interact, how their parents interacted when they were young and in a last step how they would describe an idealistic way of interacting with a young child. Additionally data should be collected about marital quality, depressive mood and well-being of the becoming mothers and fathers.
A second family visit should take place when the children are three month old. Beside of the representation, marital quality, depressive mood and well-being data, videotapes of mother-child and father-child play interactions should be filmed. These tapes should be coded with respect to interaction quality. The parents should also report about the first three month with the child.
It is expected that good predictors for interaction quality with tree month, less regulation problems with the child and well-being of the parents are a correspondence of the concept of own interaction and the ideal concept, a correspondence of the concept of own interaction and the concept of the interaction in the family of origin and a correspondence of the expected partner concept and the self-concept of the partner.



Forschungsinteressen: Übergang zur Elternschaft, Regulationsstörungen, Eltern-Kind-Interaktionen, Beratung von Familien mit kleinen Kindern

Projekte

1. Parentale Ethnotheorien im Kulturvergleich

Projektleiterin
Prof. Dr. Heidi Keller, Univeristät Osnabrück

Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektpartner
Prof. Dr. Patricia Greenfield, UCLA, USA
Prof. Dr. Prerna Mohite, MS University of Baroda, Indien
Prof. Dr. Henning Jensen Universidad de Costa Rica
Prof. Dr. Su, Peking University, China
Dr. Relindis Dzeaye Yovsi, Universität Osnabrück
DRK Kliniken Charlottenburg

Kurzbeschreibung
In diesem Projekt geht es um die Klärung konzeptioneller Fragen parentaler Ethnotheorien, insbesondere, ob es sich um offene oder geschlossene Systeme handelt, ob sie eher intuitiv oder explizit vorliegen, ob sie stabil oder veränderlich im transgenerationellen Vergleich sind und ob sie systematische Zusammenhänge mit elterlichem Verhalten aufweisen. Dazu wurden jeweils Familien mit einem drei Monate alten Baby in verschiedenen ökokulturellen Kontexten untersucht: Familien mit einer interdependenten soziokulturellen Orientierung, westafrikanische und indische Bauernfamilien (Nso und Gujarati Rajputen), Familien mit einer independenten soziokulturellen Orientierung (Mittelklasse-Familien aus Berlin und Los Angeles) und Familien mit einer autonom-relationalen soziokulturellen Orientierung aus der städtischen Mittelschicht traditionell interdependenter Kulturen, städtische Nso, Familien aus Delhi (Indien), Beijing (China), San Jose (Costa Rica), Mexiko Stadt (Mexiko). Untersuchungseinheit bilden die Mütter und deren Mütter bzw. Schwiegermütter. Interaktionssituationen zwischen Müttern und ihren Säuglingen werden videographiert. Zur Erfassung der Ethnotheorien wurden Interviews mit bildgestützten Verfahren entwickelt. Die Auswertungen erfolgen auf dem Hintergrund des Komponentenmodells des Elternverhaltens (Keller, 2002; Keller. Lohaus et al., 2004).

Eigene Tätigkeiten
Auswertung von Mutter-Kind Interaktionsvideos, Bearbeitung der Daten, Mitarbeit an Publikationen


2. Die Säuglingszeit als erste Phase independenter und interdependenter Sozialisationspfade

Projektleiterin
Prof. Dr. Heidi Keller, Universität Osnabrück

Projektpartner/innen
Prof. Dr. Henning Jensen, Universität von Costa Rica
Prof. Dr. Perna Mohite, MS University of Baroda, India
Prof. Dr. Zaira Papligoura, Univerity of Thessaloniki, Griechenland
Prof. Dr. Arnold Lohaus, Universität Marburg
Prof. Dr. Nandita Chaudhary, Delhi University
Prof. Dr. Su, Peking University, China

Projektförderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
VW Stiftung
Deutscher Akademischer Austauschdienst
Präsident der Universität Osnabrück
Sievert Unternehmensgruppe
Samourkas Foundation

Kurzbeschreibung
In diesem Projekt werden frühkindliche Sozialisationskontexte in verschiedenen kulturellen Gemeinschaften analysiert. Dazu werden die sozialen Partner und deren Verhaltensweisen im Umgang mit Säuglingen mit verschiedenen Methoden (Videoanalyse, spot observations) erhoben. Die Datenerhebung erfolgt in der natürlichen Umwelt von drei Monate alten Säuglingen in verschiedenen Stichproben in den folgenden kulturellen Gemeinschaften: Kameruner (Nso), Inder (Gujarati), Griechen (Athen und Kreta), Deutsche (Berlin und Marburg), US-Amerikaner (Los Angeles), Costaricaner (San José und verschiedene ländliche Gebiete). Aufgrund theoretischer Vorannahmen werden Verhaltensmuster definiert, die eher independente oder eher interdependente Sozialisationsziele unterstützen. In einigen der kulturellen Gemeinschaften werden längsschnittliche Erhebungen der Kinder im Alter von 18 Monaten und 3, 4 und 6 Jahren durchgeführt.

Eigene Tätigkeiten
Datenerhebung, Auswertung von Compliance, Spiegelerkennen, Empathie, Spielinteraktion im Alter von 19 Monaten, Bearbeiten der Daten, Mitarbeit an Publikationen


General research interests: transition to parenthood, regulation disorders, parent-infant interaction, counselling of families with young children

Projects

1. Cultural comparison of parental ethnotheories

Principal Investigator
Prof. Dr. Heidi Keller

Granted by
German Research Council

Project Partners
Prof. Dr. Patricia Greenfield, UCLA, USA
Prof. Dr. Prerna Mohite, MS University of Baroda, Indien
Prof. Dr. Henning Jensen Universidad de Costa Rica
Prof. Dr. Su, Peking University, China
Dr. Relindis Dzeaye Yovsi, Universität Osnabrück
DRK Kliniken Charlottenburg

Abstract
This project addresses conceptual questions of parental ethnotheories, particularly, whether they constitute open or closed systems, whether they are explicitly or intuitively stored, whether they are stable or change in intergenerational comparison and whether they systematically relate to parenting behavior. Families with a three months old baby from differing cultural communities were assessed: families with an interdependent sociocultural orientation from farming villages in West Africa and India (Nso and Gujarati Rajputs), rural and urban background respectively from four cultural communities (Cameroonian Nso and Gujarati Indians), families with an independent sociocultural orientation from Berlin, Germany and Los Angeles, USA and families with an autonomous related sociocultural orientation, i.e. middle-class families from traditionally interdependent cultures, Nso, families from Delhi (India), Beijing (China), San José (Costa Rica) and Mexico city (Mexico). Interviews were conducted with mothers and grandmothers. Mother-infant interaction was videotaped. The analysis is based on the component model of parenting (Keller, 2002, Keller, Lohaus et al., 2004).

Own work
Coding of mother-child interaction sequences, data calculation, co-working on publications


2. Infancy as the first phase of independent and interdependent developmental pathways

Principal Investigator
Prof. Dr. Heidi Keller

Project Partners
Prof. Dr. Henning Jensen, Universität von Costa Rica
Prof. Dr. Perna Mohite, MS University of Baroda, India
Prof. Dr. Zaira Papligoura, Univerity of Thessaloniki, Griechenland
Prof. Dr. Arnold Lohaus, Universität Marburg
Prof. Dr. Nandita Chaudhary, Delhi University
Prof. Dr. Su, Peking University, China

Granted by
German Research Council (DFG)
VW-Foundation
German Academic Exchange Service (DAAD)
University of Osnabrueck
Sievert Company
Samourkas Foundation

Abstract
This project addresses early socialization contexts in different cultural communities. Infants’ social partners and their interactional behaviors are assessed using different methodology (videotaping, spot observations). Data assessment occurs in three months old infants’ homes in different samples from the following cultural communities: Cameroonian Nso, Indian Gujarati, urban and rural Greeks, urban and rural Costa Ricans, middle-class and lower class Germans and Euro-Americans based on the theoretical framework of the component model of parenting, behavioral patterns are predicted that support independent or interdependent socialization goals. In several of the cultural communities, follow-up assessments with 18 months and three years are conducted.

Own work
Data collection, Coding of compliance, mirror recognition, empathy, Play interaction of 19 month old infants, data calculation, co-working on publications

Dr. rer. nat. Jörn Borke


Foto Dr. rer. nat. Jörn Borke