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Fachgebiet Entwicklung und Kultur

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Forschung: Laufende Projekte

 

Lern- und Gedächtnisleistungen von Säuglingen
Kooperationsprojekt mit Universität Gießen (Prof. G. Schwarzer), Universität Bielefeld (Prof. A. Lohaus) und Universität Frankfurt (Prof. M. Knopf)


Projektleiter
Prof. Dr. Heidi Keller, Universität Osnabrück

Projektmitarbeiter/innen
Dr. Bettina Lamm
Dipl. Psych. Helene Gudi

Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kurzbeschreibung
In einer multizentrischen, vier Arbeitsgruppen umfassenden entwicklungspsychologischen Längsschnittstudie (Gruppe Prof. Dr. H. Keller/Osnabrück, Prof. Dr. M. Knopf/Frankfurt am Main, Prof. Dr. A. Lohaus/Bielefeld, Prof. Dr. G. Schwarzer/Giessen) sollen Lern- und Gedächtnisprozesse bei Säuglingen in sechs Monaten dreimal, und zwar zwischen dem 3. und 9. Lebensmonat, simultan in ihrem Zusammenwirken sowie in ihrer Entwicklung untersucht werden. Um die Repräsentativität sowie kulturübergreifende Bedeutung des Entwicklungsverlaufs erkennen zu können, wird die Studie in drei Universitätsstädten in Deutschland sowie bei Nso-Babys in Kamerun realisiert. Es werden die wichtigsten Paradigmen zur Analyse von visuellem Lernen und Gedächtnis in diesem Altersbereich, nämlich Habituation/Dishabituation, Assoziationslernen, Kontingenzlernen sowie Verzögerte Imitation, eingesetzt, wobei zusätzlich das Stimulusmaterial kontrolliert bzw. variiert wird, und zwar auf der Dimension der Vertrautheit (menschliche Gesichter der eigenen kulturellen Umgebung und der fremden) sowie auf der Dimension der Bedeutungshaltigkeit (Greebles als Kontrollbedingung zu den menschlichen Gesichtern).

 

Die Entwicklung und Förderung prosozialen und kooperativen Verhaltens im zweiten Lebensjahr

Projektleiter
Dr. Joscha Kärtner, Universität Osnabrück

Projektmitarbeiter/innen
Dipl. Systemwiss. Nils Schuhmacher
Dipl. Psych. Jenny Collard

Förderung
nifbe - Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung

Kurzbeschreibung
Dieses Forschungsprojekt soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, soziokulturelle und normative Einflüsse auf die Entwicklung frühen prosozialen und kooperativen Verhaltens besser zu verstehen, um sozioemotionale Entwicklungsprozesse gezielter fördern zu können. Um dieses Ziel zu erreichen soll, erstens, neueren Befunden nachgegangen werden, die darauf hindeuten, dass frühes Hilfeverhalten nicht notwendigerweise das Verständnis des inneren Zustandes der anderen Person voraussetzt (empathisches Hilfeverhalten), sondern das gemeinsame Erleben der Situation das Kind in die Lage versetzt, Hilfeverhalten zu zeigen (situationsgebundenes Hilfeverhalten). Dazu soll der Zusammenhang zwischen verschiedenen Formen frühen Hilfeverhaltens (instrumentelles und emotional motiviertes Hilfeverhalten) und anderen zeitnahen Entwicklungen, insbesondere dem frühen Selbstkonzept, dem kooperativen Verhalten und dem Verständnis der Subjektivität mentaler Zustände untersucht werden. Falls sich diese möglicherweise kulturspezifischen Entwicklungspfade nachweisen ließen, hätte das wichtige theoretische und praktische Implikationen für die interne und externe Regulation prosozialen und kooperativen Verhaltens bei Kindern. Zweitens soll untersucht werden, welche Interaktionserfahrungen die Entwicklung prosozialen Verhaltens begünstigen. Insbesondere stellt sich die Frage, über welche Verhaltensweisen Mütter ihren Kindern ihre normative Orientierung bezüglich prosozialen und kooperativen Verhaltens vermitteln und damit die prosoziale Motivation ihrer Kinder fördern. Drittens soll untersucht werden, inwiefern Kinder diese bisher schwerpunktmäßig im Umgang mit Erwachsenen erforschten Kompetenzen im Umgang mit anderen Kindern zeigen.

 

Die Rolle des frühen soziokulturellen Umfeldes in der Vermittlung kultureller Modelle (Mainzer Längsschnitt)


Projektleiter
Prof. Dr. Heidi Keller/Dr. Carolin Demuth, Universität Osnabrück

Projektmitarbeiter/innen
Dr. Carolin Demuth

Förderung
10 Jahre Projektförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Teilfinanzierung durch die Universität Osnabrück

Kurzbeschreibung
In diesem Forschungsprojekt wird die Vermittlung von kulturellem Wissen insbesondere im Hinblick auf die Dimensionen Autonomie und Relationale Bezogenheit (Kagitcibasi, 2005) im Familienalltag untersucht. Hierzu wurde eine Längsschnittstudie mit 27 Familien reaktiviert, die in den Jahren 1977 - 1987 im Raum Hessen/Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde. Zum einen soll ein Teil der vorliegenden Daten unter neuer Fragestellung re-analysiert werden. Die Re-Analyse umfasst videographierte Familieninteraktionen aus unterschiedlichen Altersspannen (u.a. Mutter- Säugling-Spielinteraktionen, Bilderbuch-Vorlese-Interaktionen, Abendessensituationen) sowie verschiedene Fragebögen zu Erziehungsvorstellungen, ethnographische Feldnotizen und Fotomaterial und Kinderzeichnungen. Zum anderen wurde die Studie 2005 mit den inzwischen 27 bzw. 28 Jahre alten Kindern weitergeführt und narrativ-biographische Interviews erhoben. Aufgrund von ganzheitlichen Längsschnitt-Einzelfallanalysen sollen unterschiedliche Entwicklungspfade identifiziert werden.

Publikationen
Demuth, C.; Keller, H.; Gudi, H.; & Otto, H.(in press). Linking discursive practices in early childhood socialization with autobiographical self-constructions later on in life – an attempt to identify developmental precursors of autonomy and relatedness. In: Hansen, Jensen de López & Berliner (Eds). Self in Culture in Mind. Conceptional and applied perspectives.

Keller, H. & Demuth, C. (in press) Culture, Learning, and Adult Development. In: Hoare, C. (Ed). Handbook of Adult Development and Learning (2nd edition). Oxford: Oxford University Press.

Demuth, C.; Keller, H.; Gudi, H.; Hofer, J. & Otto, H. (in prep). Developmental precursors of autonomy and relatedness in early childhood family interactions: evidence from a longitudinal study in South Germany

Demuth, C.; Keller, H.; Gudi, H.; & Otto, H.(Juni, 2009). Entwicklung von Autonomie und Relationalität über die Lebensspanne – eine Rekonstruktion aus autobiografischen Erzählungen. Posterpräsentation auf dem 5. Berliner Methodentreffen, Berlin, 26.-27. Uni 2009. Verfügbar unter: http://www.qualitative-forschung.de/methodentreffen/archiv/poster/poster_2009/index.html

Laufende Diplomarbeiten
Liv-Katrin Zimny: „Kommunikation mit Babies – heute noch wie früher?“ (Schwerpunkt Rhythmizität)

Carmen Königshofen: „Kommunikation mit Babies – heute noch wie früher?“ (Schwerpunkt Narrativität)

Publikationen (aus den Studien von 1977-1987)
Keller, H. (1979). Geschlechtsunterschiede in der Reaktion auf auditive Reize in den ersten drei Lebensmonaten. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 11 (3), 185-194.

Keller, H. & Keller, W. (1981). Verbales und vokales Verhalten von Vätern und Müttern gegenüber ihren weiblichen und männlichen Säuglingen in einem dreieinhalbmonatigen Längsschnitt. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 13 (2), 116-126.

Keller, H. & Rothmund, H. (1981). Zur Genese von Beziehungen zwischen Mutter und Kind. I: Blickkontakt und Blickkontaktvermeidung in den ersten drei Lebensmonaten. Zeitschrift für Klinische Psychologie, 10 (3), 195-220.

Voss, H. G. & Keller, H. (Hrsg.) (1981). Neugierforschung. Grundlagen - Theorien - Anwendungen. Weinheim: Beltz.

Keller, H., Gauda, G., Miranda, D. & Schölmerich, A. (1982). Strukturmerkmale elterlicher Sprache gegenüber Kindern im ersten Vierteljahr. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 14 (4), 292-307.

Keller, H., Föse, B. & Schölmerich, A. (1985). Materialanalyse explorationsinduzierender Objekte. In W. Einsiedler (Hrsg.), Aspekte des Kinderspiels (S. 109-126). Weinheim: Beltz.

Keller, H., Gauda, G., Miranda, D. & Schölmerich, A. (1985). Die Entwicklung des Blickverhaltens im ersten Lebensjahr. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 17 (3), 258-269.

Voss, H.-G. & Keller, H. (1986). Curiosity and exploration: A program of investigation. The German Journal of Psychology, 10 (4), 327-337.

Keller, H. & Gauda, G. (1987). Eye contact in the first months of life and its developmental consequences. In H. Rauh & H. C. Steinhausen (Hrsg.), Psychobiology and early development (pp. 129-143). Amsterdam: Elsevier.

Keller, H. & Schölmerich, A. (1987). Infant vocalizations and parental reactions during the first four months of life. Developmental Psychology, 23 (1), 62-67.

 

 

Sekretariat


Marita Bojang
Geb. 68, Raum E01
Mail an das Sekretariat

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Fax: +49 (0)541/969-3577

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